Lustiges

Der Lückwältsgang

Hach wie schön. Pause mit Kaffee und Glimmstängel in der Sonne.
Aber weshalb nähert sich der schwarze Kleintransporter auf dem Parkplatz immer weiter meinem Auto? Da ist genügend Platz auf der riesigen Parkfläche.
Und was veranstaltet die (dem Fahrverhalten nach zu urteilen) Frau da für gefährliche Übungen?
Bei genauerem Hinsehen trieb mir diese Frage zusätzlichen Schweiß auf die ohnehin bereits faltenreiche Stirn und formte sich ein wenig um:
Was macht das Kind hinter dem Steuer dieses PS-starken Wagens?

Mittlerweile wirkten die Wendeversuche auch auf die umstehenden Kollegen recht unbeholfen und zunehmend gefährlich. Also nehme ich die Sache einmal genauer in Augenschein. Mit geballter Faust (vorerst nur in der Tasche) gehe ich auf den vermeintlich kindlichen Führer des Transporters zu um notfalls rasch ein Beweisfoto mit dem Handy schießen zu können. Dabei fällt auf, dass der “Kleine” in Wirklichkeit kein Kind sondern ein asiatischer Fahranfänger zu sein scheint. Der Grund für seine stoßweisen Annäherungen an meinen Wagen: Er kann anscheinend den Rückwärtsgang des Bullis, der wahrscheinlich in den Augen des kleinen Mannes aus dem Land der aufgehenden Sonne wirkt wie eine Boing 747, nicht finden. Also nähern sich die beiden – der Große und der Kleine – mit jedem weiteren Versuch mehrere Zentimeter meinem Kraftfahrzeug. Viel Platz ist nicht mehr. Und verhältnisgleich zum geringer werdenden Abstand steigen sowohl meine Sorge als auch mein Adrenalinspiegel.

Bei einer Restentfernung von geschätzten 4,9 mm entschließe ich mich, nicht länger den coolen Beobachter raushängen zu lassen sondern aktiv in das Geschehen einzugreifen. Mit dem, nur scheinbar lockeren, Spruch “Gar nicht so einfach mit dem Rückwärtsgang, was?! Komm ich zeig Dir mal wie das funktioniert. Geh mal weg da!” ersparte ich uns beiden eine Menge Ärger, ihm eine überproportional große Peinlichkeit (Hammerwitz!), evtl. sogar den sicheren Harakiri, und rettete dem Flühlingslollen-Mann den Tag sowie mir den Wagen. Glücklich sieht er allerdings noch immer nicht aus. Er wirkt eher wie eine schlaffe Glasnudel als er die folgenden Minuten sein Auto um diverse andere Fahrzeuge herum manövriert.
Aus dem Land des Lächelns jedenfalls scheint er wohl nicht zu kommen. Erleichtert gibt der Mann Vollgas als die Räder die Hauptstraße berühren. Er kann es anscheinend kaum erwarten seinen frühlingsrollenproduzierenden Kollegen meine Schaltgetriebe-Weisheiten zu offenbaren.

In diesem Sinne: Sayonara und Origami!

PS: Ein Brüllerwitz fällt mir dazu noch ein. “Haben Sie Angst vor Asiaten?” – “Ja, panisch”

 

 


 

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2 thoughts on “Der Lückwältsgang

  1. Huhu 🙂
    Das du da überhaupt so lange ruhig geblieben bist! Das hätte ich mir nicht so lange mit anschauen können. Gut, dass du gerade vor der Tür warst….der hätte doch sicherlich sonst noch Fahrerflucht begangen 😉 LG

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