EhrlichesLustiges

Die Slipeinlagen

Früher empfand ich es bereits als ziemlich peinlich im Supermarkt die Regalreihe mit den Hygieneartikeln betreten und Toilettenpapier kaufen zu müssen.
Andere kacken – ich nicht!

Heutzutage liest Mann seiner Frau ja aus purer Liebe (und natürlich in der Hoffnung auf sexuelle Wiedergutmachung) jeden Wunsch von den Augen ab. Und da stand heute ganz deutlich geschrieben „Slipeinlagen Frischeduft“.
Uff… eine echte Herausforderung.

Vorbereitungen mussten getroffen werden: Artikel die groß genug sind um die Frauendinger bis zur Kasse angemessen und sicher darunter verstecken zu können. Überlegen wo der Artikel sich befindet. So vermeidet man langes Suchen sowie unnötige Zeit in der peinlichen Abteilung. Auskundschaften wann kein anderer Kunde in der Nähe ist um nicht doch evtl. gesehen zu werden.
Nachdem die Planung abgeschlossen war und ich mich ins Feindgebiet vorgewagt hatte, stand ich vor dem ersten Problem.

„Slipeinlagen – 14 cm“
Was zum Geier ist mit 14 Zentimetern gemeint? Die Länge, Breite oder Tiefe des weiblichen Auslauforganes?!?
Um mir das genauer vorstellen und so das korrekte Produkt erwerben zu können nahm ich mit den Fingern beider Hände Maß.
Half mir auch nicht weiter, lockte aber umstehende Kundinnen an und verleitete diese zum Schmunzeln.
Anprobieren müssen Frauen sowas ja scheinbar nicht. Also scheint mir die Größe erstmal unwichtig.
Erste Schweißperlen auf meiner Stirn.

Zweite Hürde „Frischeduft“. Auf keiner der pink oder anderweitig schwulfarbenen Verpackungen befand sich dieses Wort.
Eine Blondine erbarmte sich meiner und eilte mir zu Hilfe nachdem ich meine Frau am Telefon interviewed und gefragt hatte wo denn zum Teufel „Frischeduft“ stehen solle.
So durchwühlten wir in trauter Gemeinsamkeit die Splipeinlagen. Garnicht mal so übel. So lernt man Damen kennen.

Nachdem ich telefonisch eine Alternative erhalte, nämlich „Aloe Duft“ (oder so ähnlich) greife ich die erstbesten Muschi-Pads und denke nur „schnell weg hier!“.
Mit hoch rotem Kopf und weiteren Schweißperlen auf der Stirn packe ich meine Waren auf das Laufband an der Kasse. Da tauchen hinter mir erst die hilfsbereite Blondine von vorhin und dann auch noch ein ehemaliger Schüler von mir auf. Es befinden sich zu diesem Zeitpunkt Bier und Slipeinlagen auf dem Band.

Was sollen die beiden denken?
Ein Alkoholiker mit Blasenproblemen?!
Ein verheirateter Mann der diesen Umstand nicht ohne Alkohol erträgt?!
Letzteres trifft es wohl ganz gut. Wobei man sagen muss, dass auch die Bierdosen eine Bestellung meiner Frau waren.
Am liebsten hätte ich mir die Feuchtigkeits-Aufsauge-Dinger unter die Achseln gesteckt. Mittlerweile bin ich klitschnass.

Wollte mich ja zuerst rechtfertigen mit der Begründung „Wenn man ne Dose Bier rein steckt läufts nicht mehr so stark.“ Das hab ich dann aber lieber gelassen…

Kein Weg und keine Zeit zur Flucht. Ich stehe das durch, bezahle und scherze noch ein wenig.

Scheiß auf Wechselgeld – ich will hier raus.

Ich weiß gar nicht wie Frauen das anstellen. Aber deshalb schicken sie ja ihre Männer.
Denen ist das nämlich genau so peinlich!