Rückblicke@Woche

Rückblick@Woche 33

Montag:

Die Ruhe vor dem Sturm. Im Büro fühlt es sich an wie im Auge eines Orkans. Stille, absolute Ruhe. Sind wir die einzigen Überlebenden nach einem Atomkrieg, ohne Strom, ohne moderne Telekommunikation und abgeschnitten von der Außenwelt? Das Telefon meldet keine Anrufe und auch der Mailpostkasten wirkt öde und gottverlassen. Fehlen einzig die aus billigen Westernfilmen bekannten trockenen Büsche, die über leer gefegte Straßen wehen. Trügerische Passivität, denn schon bald beginnt das neue Schul-/Lehrjahr. Der Arbeitsaufwand wird daher innerhalb der kommenden Wochen wieder auf ein normales, burnoutnahes Niveau steigen. Gott sei Dank!

 

Dienstag:

Frau P. stattet ihrem Tätowierer mal wieder einen Besuch ab. Ich hatte zuvor das ursprünglich geplante Motiv ein wenig abgeändert. Mein Vorschlag, statt eines Kompasses einen Wotansknoten (Valknut) einzubauen, war von Frau P. begeistert angenommen worden. Das Ergebnis gefällt aufgrund seines eindeutig nordischen Statements überaus und reiht sich in die bereits vorhandenen Motive seiner Trägerin stimmig ein. Valhalla – wir sind auf dem Weg! Ragnar, pack schon mal deine Koffer – bald kommt der Matze!

 

 

 

Mittwoch:

Ich denke mittlerweile ernsthaft über die Anschaffung eines Google Home nach. Alleine schon aufgrund der ständig von Frau P. gestellten Fragen. Nach Feierabend komme ich mir regelmäßig vor als säße ich bei Günther Jauch auf dem Quizstuhl. „Weißt Du wie das Wetter morgen werden soll?“, „Was hieß nochmal Gurkensalat auf südostchinesisch?“, „Du sag mal, weshalb ist eigentlich ein Regenbogen bunt?“, „Soll ich die alten Fotos mal löschen damit der Laptop leichter wird?“, „Schläfst Du schon oder tust Du nur so?“, „Warum riechen Deine Füße immer so streng?“, „Wo bleibt mein Paket?“ oder aber „Wie viel sind 50 Zentimeter?“. Zumindest die letzten beiden Fragen könnte ich ihr auch selbst problemlos beantworten. „Das dauert noch ein wenig, da der alte Postbote aufgrund der Überbeanspruchung durch Deine Bestellungen einen Bandscheibenvorfall hatte und bisher noch kein neuer gefunden werden konnte, der sich bereit erklärt in unserer Straße auszuliefern.“ bzw. „50 Zentimeter ist exakt die Entfernung, die uns beim Liebesspiel vom Küssen abhält.“
Alles in allem also eine enorme Entlastung meiner Nerven und schließlich könnte das hochmoderne Gerät auch regelmäßig von enormem Nutzen für mich selbst sein.
„Ok Google, setze Kopfschmerztabletten auf meine Einkaufsliste.“ oder „Ok Google, gibt es tatsächlich Frauen, die viermal pro Monat ihre Tage haben?“ bzw. „Ok Google, setze Migränetabletten auf Frau P.s Einkaufsliste.“, notfalls „Ok Google, wie hieß doch gleich das Datingportal für anspruchslose Akademiker?!“

 

Donnerstag:

Die Maler malern das Haus von oben bis unten. Weiß, neu, makellos, toll!

 

Freitag:

Die Reinigungsfirma setzt Hochdruckreiniger für die Fassade ein und lässt hierbei versehentlich die Eingangstür offen.

Prognose für Montag: Die Maler werden den Flur nochmals streichen müssen. Lol.

 

 


 

Diese Beiträge werden Dir auch gefallen