Verbaler Abstieg in die Kreisliga

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Oft werde ich nicht überrascht. Noch seltener von mir selbst. Kürzlich war es dennoch mal wieder soweit.
Gemütlich liege ich auf dem Sofa, ein Buch in der Hand und in Gedanken mitten beim Lösen eines komplizierten Verbrechens. Da durchkreuzte eine Vertreterin der Gattung gemeine Stuben- bzw. Scheißhausfliege meine Pläne und ebenso die bis dahin vorherrschende Stille.

Erschrocken ob meiner – dem bildungsfernen, hartzIVnahen Milieu zuzuordnenden, Art der Unmutsäußerung des ungebetenen fliegenden Gastes gegenüber erschrak ich heftig.
“Ey Fliegenarschloch – ich fick deine Mutter!”

Was passiert mit mir? Ist das bereits das VIP-Ticket in die Hölle? Oder ist etwa das in der Gesellschaft beständig sinkende Sprachniveau auch für den Verfall meines Ausdrucks verantwortlich?
Gewöhnen wir uns an etwas, das wir vor Jahren noch als absolut inakzeptabel bezeichneten automatisch je häufiger es unsere Ohren infiltriert?!

In meiner Schulzeit wagte ich es einmal das Wort “geil” in den Mund zu nehmen. Auweia, was gab das für einen Aufstand. Neben sämtlichen Standpauken durfte ich gleich noch einen Aufsatz über die ursprüngliche Bedeutung des Wortes abliefern. Aber so ändern sich eben wohl die Zeiten.

Belausche ich heutzutage die Jugend und teilweise auch deren Eltern, stehen mir zumeist sofort die Haare zu Berge. Gleichzeitig erklärt sich jedoch auch einiges von selbst. Wie sollen junge Menschen einen gepflegten Umgang mit der deutschen Sprache kennen- bzw. erlernen wenn viele Eltern ihren Sprösslingen fast ausschließlich Sprachunrat vererben und tagtäglich verbale Grenzen über- oder besser unterschreiten.

Wissenschaftlich spricht man eher von einem Wandel statt einem Verfall der Sprache. Nun gut, man kann sich alles schönreden. Der Wandel einer Salamipizza hin zu kaltem Teig mit Schimmel und Fliegenkacke ist eben auch nix anderes als ein einfacher Verfall. Selbst wenn er wissenschaftlich natürlich vorhersehbar und logisch ist.

An dieser Stelle beende ich das Thema erst einmal und lasse Euch mit Euren Gedanken dazu allein. Ich werde auch weiterhin die Augen und vor allem Ohren offen halten und drücke der deutschen Sprache ganz fest die Daumen für ein langes Leben!

In diesem Sinne: Ich mach mich dann mal vom Acker. Haut rein. Tschüssikowski. Tschö mit Ö. Und machs gut, Alter!

 

 


 

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